Blümchen vom Wegesrand. Oder einen Flatscreen von Saturn.

Das war’s schon wieder. Weihnachten 2011 liegt hinter uns. Nun freuen wir uns über die vielen Geschenke, die wir bekommen haben. Über die meisten zumindest. Und wir müssen jetzt sparen, weil wir Familie und Freunde ja ebenfalls reich beschenkt haben. Dann kamen die üblichen Antworten wie: "Das wäre doch nicht nötig gewesen." oder "Du bist ja verrückt." oder "Wir wollten uns doch nur eine Kleinigkeit schenken." Ja, irgendwie gelingt das nie. Das mit dem Nichts-Schenken oder Etwas-Kleines-Schenken. Aber solange sich hinterher alle freuen – und das tun sie – ist doch alles gut.

Der Papst findet das nicht. Er kritisierte bei der Christmette am Heiligabend, dass Weihnachten zu einem Fest der Geschäfte geworden sei. Der eigentliche Sinn des Weihnachtsfestes werde vom Kommerz überlagert. Er bedauerte, dass wir zu sehr auf das Materielle, das Messbare und Greifbare fixiert seien. Und genau das hindere uns daran, Gott nah zu sein. Da hat Papst Benedikt wohl Recht. Uns geht es primär um materielle Werte, wir wollen alles in Zahlen packen. Zwar versuchen wir uns wenigstens an Weihnachten daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist, aber so richtig zur Besinnung kommen wir selten. Da ist einfach keine Zeit für. Wer in die Kirche geht, schafft es am ehesten, mal für eine knappe Stunde dem Weihnachtstrubel zu entfliehen und sich zu besinnen.

TV-Koch Tim Mälzer gab in einer ARD-Sendung Heiligabend lachend zu: " Warum immer diese gespielte Bescheidenheit? Ich bekomme gerne viele, große, teure Geschenke." Wenn wir ehrlich sind, geht es uns genauso. Natürlich betonen wir, wie schön es ist, Zeit miteinander zu verbringen, Familie, gute Freunde und Bekannte zu haben, gesund zu sein und in Wohlstand zu leben. Aber Weihnachten komplett ohne Geschenke? Da säßen wir doch alle ziemlich bedröppelt unter der Tanne.

Zum Glück gibt’s ja noch eine Möglichkeit, um sich trotz des vielen Konsums besser zu fühlen: Spenden. Einen Teil des eigenen Geldes an andere geben, die es nicht so gut haben. Oder noch besser: kein Geld, sondern verschiedene Formen der direkten Hilfe. Tim Mälzer kocht am 24. zum Beispiel in großen Topfen Grünkohl für bedürftige Menschen. Und abends isst der Profi-Koch selbst nur Bockwurst mit Kartoffelsalat.
Die alte Dame besuchen, die Weihnachten allein zuhause verbringt, und ihr Pralinen bringen, Kleidung, die nicht mehr getragen wird, in die Altkleidersammlung bringen oder ein paar Euro an die städtische Tafel oder an internationale Hilfsorganisationen überweisen – es gibt zig Möglichkeiten, im Kleinen und im Großen zu helfen.  Ist ein schönes Gefühl.

Die Stars helfen schließlich auch. Platz 1 der "Top 20 Celebs Gone Good for 2011" geht in diesem Jahr an Lady Gaga. Gefolgt von Justin Bieber (!), George Clooney, Will Smith und seiner Frau sowie Leonardo DiCaprio. Brad Pitt & Angelina Jolie kommen auf Platz 8. Das Portal dosomething.org listet nicht nur die großzügigsten Promis, sondern berichtet über viele Hilfsprojekte. Das Spektrum reicht vom Tierschutz und Umweltschutz über Aktionen gegen Armut, Diskriminierung, HIV oder Mobbing bis hin zur Unterstützung von Bildungs- und Gesundheitsprogrammen. "DO SOMETHING!" Dazu sollte sich im neuen Jahr jeder selbst auffordern. Was man tut, ist jedem selbst überlassen.

Und wer nicht immer nur an sich, sondern auch an andere denkt, darf sich zum Jahresende ruhig beschenken (lassen). Eine 1Live-Hörerin berichtete zum Thema "die nervigsten Weihnachtssprüche", ihre Mutter sagte jedes Jahr: "Ein Blümchen vom Wegesrand hätte es doch auch getan." Nur dass im Winter keine schönen Blümchen am Wegesrand wachsen. Dann also doch Geschenke aus dem Laden. Auch große und teure werden angenommen. Ungern. Nur ausnahmsweise…

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